Chapter

Haus Beetzen

Es ist ein Abend zu Ende des Oktober, regnerisch, kalt und windig, ein Abend, der den Bäumen des Parkes und des angrenzenden Waldes den letzten mühsam festgehaltenen Schmuck vergangener Sommerlust raubt. Morgen werden die Purpurblätter des wilden Weines und das goldene Land der Birken und Buchen verweht sein und die Bäume nur noch kahle Aeste in die Luft recken, und dann wird’s nicht mehr lange dauern, so ist der November da, der trübe, todestraurige Monat, der über die Erde zieht mit nebelgrauen schleppenden Gewändern, gebückt und finster, in seinem Gefolge Mißmut und Krankheit –. Ach, wie traurig, dann hier zu sitzen im Herrenhause von Beetzen so allein – so ganz allein. Arme Ditscha! Sie wendet den Kopf zurück. Draußen sind allmählich die Umrisse der Bäume verschwunden in dem Regendunst und der Dämmerung, aber was thut’s? Sie kennt den Blick von dem Fenster ihres Zimmers genau, so genau wie das Zimmer selbst mit seiner altväterlichen Einrichtung, wie das ganze Haus und wie die Insassen dieses Hauses vom Onkel und von den Tanten an bis herab zur Köchin, dem bärbeißigen alten Kutscher und dem asthmatischen pensionierten Jagdhund Namens Cäsar. Ach ja, es ist ihr alles unglaublich vertraut und bekannt hier im Hause, und alles so unglaublich regelmäßig, langweilig und öde; ein Tag wie der andere. Zuerst des Morgens gemeinschaftliche Andacht, welche Tante Anna hält; zuweilen liest

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