Chapter

Erster Teil

Hans-Peter Ochsner, Ratsherr und Bauer auf dem Ochsnerhof, erinnerte an eine Eiche, die auf einem Hügel steht, weithin sichtbar. Allein steht sie da, höher als alle andern. Stark, gross und breit. Man sieht solch eine Eiche von weitem. Im Sturm steht sie fest, beugt sich nicht und ergibt sich nicht. Im Land herum sagt man von ihr: Die Eiche. Ein jeder weiss, welche gemeint ist. Ungefähr so verhielt es sich mit dem Ochsner. «Der Hans-Peter sagt» – «der Ochsner meint – will oder will nicht», so sprach man von ihm in der kleinen Stadt an der Birs. In der Grossratssitzung am ersten Donnerstag jeden Monats wurde seine Stimme gehört. Man widersprach ihm nicht gern. Man musste seiner Sache sehr sicher sein, und es gehörte Mut dazu. Der Ochsner blieb selten eine Antwort schuldig, und was er vorbrachte, hatte festen Boden und Hintergrund. Es sassen da manche, denen er Geld geborgt hatte. Die stellten sich ihrem Gläubiger nicht gern entgegen. Sie hätten aber wissen können, dass, wenn Unwetter oder Seuche oder Krankheit einen Schuldner überfallen, er von Hans-Peter nichts zu fürchten hatte. Der war kein Wucherer. Kein «Uhung», wie sein Vater diese Sorte Leute genannt hatte. Es lag freilich manches gute Wertpapier im hintern Fach des schönen Ochsnerschrankes, in dem die Kostbarkeiten der Familie aufbewahrt wurden und sich vom Vater auf den Sohn vererbten. Da waren die silbernen

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