Die Idee Einer Sechsjaehrigen
Auf der Bank an der Post saß jeden Morgen ein alter Mann. Hanna sah ihn auf ihrem Weg zur Schule.
Er war immer allein. Er hatte einen kleinen Hund mit grauer Schnauze. Der Hund saß zu seinen Füßen. Manchmal las der Mann eine zusammengefaltete Zeitung. Meistens saß er einfach.
Hanna war sechs. Sie beobachtete ihn eine ganze Woche, bevor sie ihren Plan hatte.
„Mama", sagte sie am Freitag, „kann ich morgen dem Mann auf der Bank Kekse bringen?"
Mama war überrascht. „Welcher Mann?"
„Der mit dem grauen Hund."
Mama dachte nach. „Ich komme mit. Wir bringen Kekse und Tee."
Also gingen Hanna und ihre Mama an jenem Samstag zur Post. Der Mann saß auf der Bank, wie erwartet. Der Hund lag zu seinen Füßen.
„Entschuldigung", sagte Hanna.
Der Mann sah auf. Er hatte buschige Augenbrauen und müde Augen.
„Ich habe Kekse gebacken", sagte Hanna und hielt eine Papiertüte hoch. „Möchten Sie einen? Ich heiße Hanna. Ich sehe Sie jeden Morgen. Das ist meine Mama."
Der Mann nahm einen Keks. Er sah ihn an. Er sah Hanna an. Er sagte nach langer Pause: „Danke. Ich heiße Herr Eichmann."
„Wie heißt Ihr Hund?"
„Bruno. Er ist elf."
„Er sieht aus wie ein freundlicher Hund."
Herr Eichmanns müde Augen wurden ein wenig wärmer. Er gab Bruno ein Stück von seinem Keks.
Hanna und ihre Mama setzten sich eine Weile zu ihm. Mama hatte eine Thermoskanne mitgebracht. Sie tranken Tee. Herr Eichmann sagte,