Chapter

Erster Akt

Szene: Das Jagertsche Wohnzimmer. – Das Zimmer sieht kahl und nüchtern aus. Peinliche Sauberkeit. Die Betten mit weißen Waffelbettdecken zugedeckt. Die Möbeln mit weißen gehäkelten »Schonern« belegt. Auf dem Kleiderschrank mehrere Stöße Zeitungen. Hinten ein Kanarienvogel im Bauer, darüber ein Regulator. Über dem Sofa links ein großer Stahlstich. Frau Sophie Jagert (sitzt allein an dem Sofatisch links. Sie hat die brennende Lampe nah zu sich herangezogen und strickt emsig. – Plötzlich legt sie das Strickzeug mit einem Ruck auf den Tisch und horcht nach rechts. Dann schüttelt sie den Kopf und seufzt laut. Wie sie ihre Arbeit wieder aufnehmen will, klingelt es. Sie fährt zusammen, freudig: Doch! Sie eilt nach rechts ab und öffnet. Man hört von draußen ihre Stimme mit einem Tone der Enttäuschung:) Ach du bist's! Lieschen Bode (ebenfalls noch draußen, beinahe gleichzeitig:) Guten Abend, Tante. Ja – ich bin's. Wenn's dir nicht paßt, brauchst's ja bloß zu sagen. (Lacht.) Sophie (im Eintreten:) Na komm rein, komm! (Beide treten ein. Lieschen ist eine hübsche, blasse Blondine von zwanzig Jahren. Auffallend gekleidet, helles Jackett, Federhut.) Lieschen. Brauchst's bloß zu sagen! Sophie. Nu! Komm man schon rin und pell dir aus – Ach Lieschen . . . Lieschen (hat sich den Hut abgenommen und reicht ihn Sophie:) Na? Sophie (hält beim Anblick des Hutes inne. Nimmt ihn, bewundernd:) Nein, ist

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