Erstes Kapitel
Es war im Anfang des Wintermonats 17.., als ein junger Engländer, der die hohe Schule zu Oxford verlassen hatte, eine Reise durch das nördliche England machte und, durch Wißbegierde verleitet, von da in die angrenzenden Teile Schottlands fortsetzte. An dem Tage, da unsere Geschichte beginnt, hatte er verschiedene Klosterruinen in der Grafschaft Dumfries besucht und auch Zeichnungen davon gefertigt. Darüber war es spät geworden, so daß, als er wieder zu Pferde stieg, um seine Tour fortzusetzen, die zur Winterszeit kurze trübe Dämmerung schon angebrochen war. Der Weg ging durch ein schwarzes Moor, das sich seitwärts und geradeaus meilenweit erstreckte. Kleine Erhöhungen stiegen wie Eilande auf der Fläche empor, die, hie und da mit Getreidestreifen bedeckt, selbst in dieser Jahreszeit noch grün waren; und zuweilen erhob sich eine Hütte oder ein Pachthaus, von einigen Weiden beschattet und umfriedigt von dicken Hollunderbüschen. Pfade, die sich durch das Moor wanden, aber nur von Einheimischen begangen werden konnten, setzten diese vereinzelten Wohnstätten in Verbindung. Der Fahrweg war jedoch ziemlich gut und sicher, so daß dem Wanderer, den etwa die Nacht überfiel, keine Gefahr zu drohen schien. Reist aber jemand allein und nachts durch eine unbekannte Gegend, so ist ihm wohl niemals behaglich zu Mute, und bei keiner Gelegenheit wohl ist die Phantasie so rührig, wie in der Lage,