Chapter

Einleitung

lieber die Entstehung und Tendenz von Brentanos Gustav Wasa gibt uns folgende Stelle in dem Briefe Dorotheens an Schleiermacher vom 16. Juni 1800 (Aus Sclileiermachers Leben III 190) näheren Aufschluss: 'Wir haben hier seit einiger Zeit hübschen Spass mit einigen Bewundrern und Nachahmern von Tieck und Friedrich, die auch in Tiecks Journal tüchtig persiflirt werden. Der eine ist Clemens Brentano; der legt sich darauf Tiecks Nachahmer zu seyn; und schämt sich seiner sentimentalen Ader, die er doch gar nicht verleugnen kann. Er hat eine Farge geschrieben, "Gustav Wasa", worin er glaubt, der Tieck des Tiecks zu sein; es ist aber herzlich dumm und toll, und klingt doch wie Tieck ungefähr, sodass sich dieser tüchtig darüber erbosst, und darum hat er ihn auch so derb mitgenommen im Journal. Uns hat er aber den Anfang eines sentimentalen Romans zu lesen gegeben; der ist ungleich besser, und das ver-driesst ihn nun wieder, er will von Teufels Gewalt satyrisch sein. Kurz es ist ein Hauptspass!" Am 25. Juli 1800 schreibt Dorothea an Brentano (Dorothea I [17]): •Apropos von Prophezeihungen. Sie haben eine recht gute auf sich selber im "Wasa" ausgesprochen, nemlich: "Dass Richter nicht mein Gott sei." Nehmen Sie sich in Acht, dass er es nicht doch noch einmal wird!' Im Sommer 1800 muss auch das Bändchen bereits veröffentlicht gewesen sein, denn in dem Briefe vom 29. Juli 1800 an Schiller

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