Lothars Rückkehr
Im Schloßhofe zu Guntershausen waren eben die Diener und Kammerjungfern beschäftigt, einen Reisewagen zu bepacken, als Graf Lothar, der Schloßherr, von einer kleinen Geschäftsreise zurückkehrte. Verwundert sah er auf das geschäftige Treiben, sprang vom Pferde und ging dem alten Castellan entgegen, der das Sammtkäppchen abziehend mit betrübter Miene auf ihn zukam. „Nun, Joseph, was hat das zu bedeuten?“ fragte der Graf, indem er auf den Wagen zeigte. „Frau Generalin haben befohlen, Alles zur Abreise in Bereitschaft zu setzen,“ erwiderte der Alte in einem Tone, als ob er die größte Trauerbotschaft zu verkündigen hätte. „Die gnädige Frau wollen noch heute nach Eichberg zurückkehren und haben nur auf den Herrn Grafen gewartet.“ Lothar runzelte die Stirn. „Was ist denn vorgefallen?“ fiel er dem Diener in’s Wort, aber ehe dieser antworten konnte, fügte er mit abwehrender Handbewegung hinzu: „Laß es gut sein, ich werde mit der gnädigen Tante sprechen.“ Mit diesen Worten eilte er die Freitreppe hinauf und verschwand im Innern des Schlosses, während Joseph seufzend und kopfschüttelnd zur Beaufsichtigung des Reisewagens zurückging, wobei er vor sich hinmurmelte: „Nun ist’s wieder die alte Geschichte – nun ist’s wieder aus und vorbei mit unsrer guten Zeit.“ Aehnlich waren Lothar’s Gedanken, während er die Treppe hinaufstieg und sich den Zimmern der Tante näherte. „Ich lasse sie nicht