Chapter

Erstes Hauptstück

Der Schriftleiter des Volksblattes ging in seinem Arbeitszimmer wütend auf und ab, stöhnend und zuweilen mit dem Fuß auf den schmutzigen, feuchten Fußboden stampfend. Er hielt sich die Backe. Das Zimmer war lang und schmal. Am Fenster stand der lange Schreibtisch, auf dem Zeitungen und sonstige Druckschriften aller Art staubig aufgehäuft lagen. Nur ein kleiner Raum auf ihm war frei zum Schreiben; da lag der angefangene Leitartikel, standen Tintenfaß und Kleistertopf. Ein Rohrstuhl aus gebogenem Holz, abgegriffen, durchgesessen, stand davor. Dann war da noch in einer Ecke ein emailliertes Waschbecken in eisernem Ständer, dahinter ein sehr schmutziges Handtuch an der Wand. An der Tür an Haken Hut, Rock und Manschetten. Die Nebentür öffnete sich. Ein Mann von etwa fünfzig Jahren, mit blondem, etwas angegrautem Vollbart sah durch die Spalte. Er fragte: »Was ist Ihnen denn, Herr Doktor?« Dr. Lewandowsky, der Schriftleiter, ein verwachsener Mensch von etwa dreißig Jahren, mit unordentlichem Kopfhaar und Bart, übernächtig, verdrossen, erwiderte kurz: »Zahnschmerzen! Zahnschmerzen!« Er stampfte mit dem Fuß auf. »Verdammte Bude! Ihr Fenster schließt nicht. Beständig hat man Zug!« Der Andere trat in das Zimmer und untersuchte das Fenster. »Es schließt ganz fest. Ich kann nichts spüren.« »Aber ich spüre es. Das genügt mir«, erwiderte Dr. Lewandowsky. »Weshalb lassen Sie nicht ein

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