Chapter

1. Kapitel. Großmutter auf Reisen

»Großmutter will morgen zur Stadt fahren«, jubelten die Kinder. »Weiß denn Großmutter nicht, daß es morgen schneien und daß die Fahrt bitterkalt sein wird«, sagte Pfarrer Ries, der behaglich im Sofaeckchen saß und aus seiner langen Pfeife große Dampfwolken vor sich herblies. »Großmutter hat einen großen Fußsack«, rief eine Stimme aus der Kinderschar. »Und warme Tücher und Mäntel«, eine andere. »Und Doßmama muß uns schöne Sachen kaufen«, quäkte ein kleiner Krauskopf von zwei bis drei Jahren dazwischen. »Ich wünsche mir eine Trommel und Trompete«, schmetterte der siebenjährige Philipp, während das älteste neunjährige Töchterchen hinzufügte: »Und ich eine Puppenstube! Großmutter hat alles aufgeschrieben, sie kauft für jeden etwas ein.« »Quält mir die gute Großmutter nicht allzusehr«, mahnte der Vater; »sie hat euch an den Geburtstagen so reich bedacht, da müßt ihr jetzt bescheiden sein.« »Zu Weihnachten will sie uns viel schenken. Sie will in einen großen Spielwarenladen gehen und für uns alle einkaufen.« So schwirrte es durcheinander, als sich die Tür öffnete und die Mutter der Schar sichtbar wurde. Sie trug ein großes Brett mit Kaffee und Milch, während ein junges Mädchen, die Stütze des Hauses, folgte, mit Brot, Butter und was sonst zum Vesper gehörte. Nun entstand unter den Kindern neue Bewegung; ihre Aufmerksamkeit und Gedanken wurden auf ein anderes Feld gelenkt, alles eilte

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