Chapter

Gross-Piesenham

Du kommst von Frankenburg her. Hast den ziemlich hohen waldigen Rücken, genannt Hausruck, glücklich passiert. Gerade vor dem Dorfe Feitzing brichst du, dem zeitigen Küchlein gleich, aus der dumpfdämmerigen Eischale des Waldes hervor in den hellen, sonnigen Gottestag. Du bist im gesegneten Innviertel! Nu, und da mag ich dir's wohl erlauben, daß du, wieder dem ausgefallenen Küchlein gleich, erstaunt aufschreist und ein paar zappelige Freudensprünge machest, denn du befindest dich, wie durch einen Zauberschlag, jäh und auf einmal mitten im Gebiete unserer »Lieder« und dieser »Geschichten«. Mache nur erst deine größeren und kleineren Rundblicke! Wenn die Hauptweide vorüber, wenn du schon anfängst wählig zu werden, keine Sorge, dann bin ich auch schon zur Hand, um die feinen und feineren Gerichte zu servieren und zuletzt das köstliche Leckerbißchen vorzulegen. Ganz recht, das dort unten, mitten im wogenden, wallenden Feldkessel, das mit dem fast schlanken, im Morgensonnenstrahl blitzenden Turm, ist unser Pfarrdorf Schildorn. Der Turm war früher nicht so blank und nicht so schlank, er hatte eine dunkelrote, dickgebauchte, vielleicht nicht ganz formschöne Kuppel, mit der noch ganz frischen Jahreszahl 1812. Zum Gedächtnis, daß damals ein jugendlicher, eifersvoller »Pfarrherr« (wie er sich selbst gern schrieb und nannte) dessen Renovierung veranlaßt hatte. Diese Zahl ist es auch, die in

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