Grete Rautenstrauch
Drei Husarenpferde schlichen schläfrig und schlaff in der Mittagssonne der Frühlingsmitte durch den Staub des weichen Sommerweges der Landstraße. Kaum hoben die drei müden braunen Tiere die Hufe, denn sie hatten einen frühen und langen Ritt hinter sich; tief wühlten sie die von vielen Sonnentagen getrocknete Erde auf, und der feine, weißgraue Staub stieg in hoch und niedrig wogenden Wolken auf. Dicht lag er überall auf dem braunen Pferdehaar, das durch den weißen Schweiß hier und da zu Strähnen Zusammengeklebt war, dicht lag er auf den Stiefeln und aus den schwarzen Husarenjacken mit gelben Schnüren, auf den Bärenmützen mit dem Totenkopfe, deren heißer Druck die sonnenbraunen und bestaubten Gesichter der Reiter von feuchtem Schweiß erglänzen ließ. Träge und glanzlos hingen die Säbel an den Sätteln, und nachlässig und gleichgültig ruhten die Stahllanzen mit den blaugelben Fähnchen in den schwarzen Faustriemen. Die drei Husaren schliefen fast, auch der Einjährig-Gefreite Westphal, der die Patrouille führte. Sonst gehörte er durchaus nicht zu den Schläfern, aber heute konnte er nicht mit vollem Erfolg gegen den Schlaf ankämpfen. Nach einer durchzechten Nacht früh mit dem ersten Morgenglänzen zu einer Felddienstübung ausrücken – da mochte der Teufel wach bleiben! Da war der Husar Wilhelm Peggau, der als letzter der drei ritt, der kleinste und dickste der ganzen Schwadron, ganz