Vorwort
Walt Whitman ist der erste und der größte Dichter Amerikas und einer der bedeutendsten, von denen die Welt vernommen hat. Reckenhaft steht er über dem amerikanischen Kontinent, breitbrustig und sonnverbrannt, das weiße Haupt hoch über die höchsten Gipfel erhoben, mit den Füßen fest der Erde verhaftet. Sein Blick durchdringt die Staaten von Meer zu Meer, sein Ohr hört jeden Vogelruf, aus der Druckerschwärze wittert er den Maiwind der fernen Prärie, die tastende Hand bringt ihm entzückende Botschaften. Sein Herz ist erfüllt von Liebe zu jeder Kreatur und die Brust geschwellt vor Lust und Freude an dieser Welt. Seinem Geiste ist die Geschichte der Menschheit gegenwärtig, das Gemüt an den Mythen der großen Menschheitslehrer erbaut, klar geordnet dem Verstande das Wissen der Zeit. Aus hingebender Versenkung in die Vergangenheit verheißt er dem Menschengeschlecht eine paradiesische Zukunft. Voll Ehrfurcht gegen die alten Idole entwirft er der Menschheit ein neues. In die Wissenschaft vom Stoff schmilzt er die Forderungen der Seele. Ein neues Menschengeschlecht verkündet er. Die Männer athletisch, anmutig die Frauen, Leiber und Seelen harmonisch gesteigert, dem Gesetz des Lebens sich fügend wie Pflanze und Tier, erleuchtet, wissend um das göttlich Unsterbliche in jedem Menschenbruder. An diesen Menschen glaubt er mit leidenschaftlicher Liebe, ihm verheißt er: nicht den Himmel, aber