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Graf Adolf Friedrich von Schack - Ein literarisches Portrait

Die Rolle, welche aristokratische Schriftsteller in der schönen Literatur gespielt haben, ist je nach dem Charakter der Zeit und der Beschaffenheit der Persönlichkeit eine sehr verschiedene gewesen. Das Mittelalter kannte das Volk als solches nicht und vermochte daher die Pflege der Kunstpoesie in keine anderen Hände als diejenigen des Adels und der Ritterschaft zu legen. Von ihrer Sorge behütet, entwickelte sich die romantische Dichtung zu den Blüthen und Blumen des Minnegesangs und des Epos. Erst später, als das Städteleben aufkam und bei der modernen Culturarbeit neue Kräfte in's Spiel traten, ließ die Muse ihre Jünger auch aus dem Volke erstehen und suchte den Schutz der Großen und Mächtigen nur auf, um sich gegenüber der Gleichgiltigkeit und dem Stumpfsinne der Welt in künstlerischer Reinheit zu erhalten. Seitdem nimmt die Kunst, dem demokratischen Zuge der neuen Zeit entsprechend, das Genie wo sie es findet, unbekümmert um die Schranken, welche wir in unserem gesellschaftlichen Leben aufgerichtet haben. Ein Cardinal Richelieu mochte die ganze Fülle weltlicher und geistlicher Macht, die ihm gegeben war, aufbieten, er mochte sich des Theaters in edler Gönnerschaft annehmen, und konnte doch, wenn er selbst zur Feder griff, von einem einfachen Rechtsgelehrten wie Pierre Corneille unendlich übertroffen werden, so daß ein Werk der »rothen Eminenz« wie »Mirame« sich zu den

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