Chapter

Erstes Kapitel

Herr Thomas Bellersen, einer der Chefs des Bankhauses Bellersen u. Hord, war soeben mit seiner Tochter von dem Begräbnis des langjährigen Prokuristen der Firma in seine Privatwohnung zurückgekehrt. Margot, das einzige Kind einer freudlosen, durch den frühen Tod Frau Bellersens zum Glück nur kurzen Ehe, ließ sich von dem Stubenmädchen beim Ablegen von Hut und Mantel helfen und folgte dann ihrem Vater in das Speisezimmer, wo der gedeckte Kaffeetisch auf die beiden wartete. Margot, eine stattliche Erscheinung mit einem bei flüchtiger Beobachtung recht reizvollen Gesicht, schenkte dem Hausherrn die Tasse voll und sagte dazu in ihrer kühlen, abgeklärten Art: »Pfarrer Götz hat wieder sehr gut gesprochen. Nur hätte er vielleicht die Verdienste Aßmus’ um das Geschäft mehr hervorheben können.« Thomas Bellersen nickte zerstreut. Die eindrucksvolle Feier auf dem Kirchhof hatte in ihm Gedanken wachgerufen, die seiner lebenslustigen Natur höchst unbequem waren. An Tod und Sterben mochte er nicht denken. Und doch. Wie leicht konnte auch ihn ebensogut wie seinen Prokuristen eines Tages ein plötzlicher Schlaganfall hinwegraffen. Auch Aßmus war ja bis zur letzten Minute vor seinem jähen Ende stets frisch und gesund gewesen, nur – nur ein wenig korpulent und kurzatmig, gerade so wie er selbst. – Margot hatte dem Vater gegenüber an dem runden Mitteltisch Platz genommen. Träumerisch blickte sie

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