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Erstes Buch: Herrenfeld (Kapitel I-IV)

Motto: Wer früh gelernt, sich seiner Haut zu wehren, Trägt gern für andre sie zu Markt, in Ehren. Die Kirschbäume blühten. Wie liebliche Ehrenjungfrauen standen sie mit ihrer weißen Pracht, in stiller Ehrfurcht an den Straßen des schlesischen Niederlandes und bildeten Spalier für den feierlichen Empfang Seiner Majestät des Mai. Auch in der altehrwürdigen, sonst so stillen Herrnhuterkolonie Herrenfeld rüstete man sich an diesem strahlenden Frühlingstage zu einem festlichen Empfang. Der bisherige Gemeinvorsteher, Bruder David, war anstelle eines plötzlich verstorbenen Vorgesetzten in die Oberbehörde nach Bertelsburg bei Herrnhut berufen und mit vielen Fürbitten an einem der letzten Apriltage von der Gemeine verabschiedet worden. Heute erwarteten die Herrenfelder Geschwister seinen Nachfolger, Bruder Ehrentraut Kämpfer, der aus einer thüringischen Gemeine nach Herrenfeld versetzt worden war. Ihm ging der Ruf eines rechtlichen und gläubigen Mannes voraus, aber zugleich munkelte man, daß er auch ein strenger und unbeugsamer Beamter sei, der seinen Namen mitunter nicht zu Unrecht führe. Wie dem auch sein mochte, man sah der Ankunft des neuen Vorstehers mit großer Spannung entgegen und hatte bereits Anstalten getroffen, ihn, wie es in der Gemeine Brauch und Sitte war, zu empfangen. Das schlichte, kleine Vorsteherhäuschen, unfern der gewaltig ragenden Kirche, prangte bereits im Schmuck

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