Vorwort des Verfassers
Die Zeit, von der nachfolgende Erzählung ein Bild geben soll, ist jene, da Ludwig IV., genannt der Bayer (1314-1347), König war im »römischen Reiche deutscher Nation«. Zeiten, Umstände und Wandlungen hatten es mit sich gebracht, dass aus den von Gott nach seinem Ebenbilde frei erschaffenen Menschen Freie und Unfreie oder Hörige geworden und dass jene Zeiten danach getan waren, aus dem Stande der Freien den sogenannten Kriegsadel herauswachsen zu lassen. Der Landesherr konnte nicht überall sein, und so setzte er zur Aufrechterhaltung der Ordnung Pfleger, zur Verteidigung der Marken und Grenzen Grafen und Gaugrafen, und zu seinen Stellvertretern Vizdome oder Statthalter ein, und hierzu erwählte er gewöhnlich die tüchtigsten, erfahrensten und umsichtigsten Kriegsleute oder Ritter. Mit den übertragenen Diensten war gewöhnlich auch die Verleihung eines »Lehens« verbunden, und mit der Zeit wurden diese Lehen erblich, und die Herren und Ritter nannten sich nach ihrem Stammsitze, z. B. Peter der Eckher oder Peter vom Eck, Markwart von Chamerau usw. Die Herren und Ritter und anderen Adeligen bildeten bald einen eigenen Stand, und nichts war natürlicher und selbstverständlicher, als dass ihre Söhne eine solche Erziehung genossen, die sie zu ihren Nachfolgern geeignet machte. Ein solcher Statthalter wurde Peter der Eckher, von dem alten Schlosse Eck bei Metten stammend, eingangs der