Bärbel erlebt wunderliche Dinge
Auf dem Hofe der Bärenapotheke ging es heute wieder einmal besonders laut zu. Der zwölfjährige Sohn des Apothekenbesitzers Wagner bemühte sich, mit seinem Spielkameraden Emil ein kleines Mädchen zu fangen, das lachend und schreiend mit ausgebreiteten Armen vor den Knaben einherlief. Joachim Wagner hatte aus dem Schuppen einen großen Binsenkorb genommen, den er über das goldköpfige kleine Mädchen stürzen wollte, um die Kleine zu fangen. Man spielte Maikäfer. Bärbel Wagner, die vierjährige Tochter des Apothekenbesitzers, hatte sich bereit gefunden, die Rolle des Maikäfers zu übernehmen, und gab sich alle erdenkliche Mühe, dem gefährlichen Korbe zu entgehen. Man trieb die Kleine oft in die Enge, denn Emil Peiske, der Sohn des Schneiders aus dem Nachbarhause, war als wildester und unartigster Knabe in ganz Dillstadt bekannt, der auch jetzt wieder bewies, daß er seinem Rufe alle Ehre machte. Er warf dem enteilenden Bärbel Holzstücke in den Weg, um das kleine Mädchen zum Straucheln zu bringen, während sein Spielgefährte sich brüllend näherte, von Zeit zu Zeit den Korb nach Bärbel schleuderte, bis – – endlich das schwierige Werk gelungen war. Bums! Der Korb wurde über das kleine Mädchen gestülpt; im nächsten Augenblick hockten die beiden Knaben auf ihm, um Bärbel das Entrinnen unmöglich zu machen. Mit diesem gelungenen Fang brach aber gleichzeitig ein Lärm los, wie man ihn selten aus