Ein Wort der Einleitung
Bei diesem Büchlein handelt es sich um nichts weniger als um ein Werk der Schriftgelehrsamkeit. Die Herren Goethe-Forscher tun manchmal, als ob Goethe nur für sie gedichtet habe; er hat aber gar nicht für sie gedichtet. Mit Goethe-Philologie und überhaupt mit Literaturkunde hat dieses bescheidene Werkchen nichts zu tun. Weder ist sein Herausgeber ein Zunftgelehrter, noch wendet er sich an solche. Er wendet sich an das Volk im besten Sinn des Wortes. Ihm möchte ich damit ein weltliches Gebetbuch, ein Erbauungsbuch, ein Laienbrevier geben. Wohl weiß ich, daß ich damit einen Leckerbissen darbiete; aber nicht nur Gelehrte wissen Leckerbissen zu würdigen (vielleicht wissen sie es am allerwenigsten), und wenn auch natürlich nicht jedermann, nicht die ganze Krethi und Plethi (um mit Luther zu reden) zu jenem »Volk« gehört, für das bekanntlich nur das Beste gut genug ist, so gehören doch sehr viele dazu. Die Deutschen insbesondere lesen zwar zum großen Schaden ihres Geistes nicht nur, sondern auch unseres Schrifttums, mehr Schund als irgendein anderes Volk; Gott verzeih' es Ihnen, sie wissen nicht, was sie tun; aber sie lesen zugleich – nur sind es dann andere Personen – auch mehr des Guten und des Besten. Für diese möchte ich mein Büchlein gemacht haben als ein Vademekum fürs Leben. Und ganz besonders empfehle ich das zierliche Büchlein den poesiebeflissenen jungen Leuten, die ja in