Erstes Buch
Mauer Serenissimus war vor einigen Wochen plötzlich und hartnäckig wie immer auf den Einfall gekommen, ein Reglement über den Geschäftsgang bei der hochpreislichen Landesregierung in Weimar zu erlassen. Serenissimus hatte dem bleichen Geheimerate, der jetzt zwischen den Geheimeräten Schnauß und Schmidt, gegenüber dem wirklichen Geheimerate und Staatsminister Freiherrn von Fritsch saß, seine höchstpersönlichen Notizen zu diesem Einfall übergeben. Serenissimus hatte weiters eben demselben bleichen Geheimerate das Referat zur Sache in hochdero geheimem Consilio anvertraut. Dieses Referat war eben abgehalten worden. Hatte geschlagene drei Stunden gedauert. Die Paragraphi waren auf das Sorgfältigste durchberaten, die Bemerkungen der drei Herren Geheimeräte, wie Vorschläge zu Korrekturen, Amendements und Umstellung verschiedenen Paragraphorum gewissenhaftestes niedergelegt, und übrigens auch die Äußerungen der, gegen jede Gewohnheit, zur Abgabe ihrer Wohlmeinung einberufenen Herren Regierungspräsidenten von Weimar und von Eisenach und des ältesten Herrn Rates der landesherrlichen Kammer zu Weimar pünktlichst angemerkt worden. Nun schlug die Uhr der Schloßkirche drüben halb sechs. Die Herren Geheimeräte und, sogleich nach ihnen, die drei Herren Zugezogenen hoben die Häupter um einen Zoll höher in die graublaue Conseilstubenluft; in der letzten Viertelstunde hatte müdes, nachprüfendes