Kapitel 1
»Und du, Schülzle, was wird mit dir?« fragte der Zimmerdick, ein wohlbeleibter, gutmütiger Alter, das Oberhaupt der Bergheimer Musikanten, in dessen Haus sie sich zur Musikprobe versammelt hatten, einen schönen schlanken Burschen, der nur etwas bleich aussah. »Gehst du mit nach Dammsbrück, oder willst du lieber in Mühldorf spielen?« »Ist auch 'ne Frag,« lachte Hansaden, der seine Posaune zusammenschraubte. »Das kannst du dir doch an der Nase abfingern, daß der Schülzle nach Dammsbrück rennen wird!« »Ist freilich 'ne Frag,« sagte der Angeredete mit einem verdrießlichen Seitenblick auf Hansaden, während er sich, wie in großer Bedrängnis und Unentschlossenheit, heftig sein kurzes, dunkelblondes Haar kraute. »Ist freilich 'ne Frag, eine sakermentische Frag! Liegt mir schon die ganze Nacht, den langen Tag wie ein Stein im Gemüt!« »Was? – Du weißt nicht, ob hott oder har?« schrie der kleine, lustige Schneidersnikel und wollte sich ausschütten vor Lachen. »Na, ich sag's ja, wunderliche Kostgänger hat unser Herrgott auf seiner Welt herumlaufen! Haha!« »Und was liegt schon wieder vor?« fragte der bedächtige Michelslang, gewöhnlich Wasserfuchs genannt, tief aufatmend, und wischte sich den Schweiß von dem roten, erhitzten Gesicht. Der Alte hatte einen Hornstimmbogen, der »ausging« (Luft bekommen hatte), mit Wasser gefüllt, das eine Ende mit dem Daumen verschlossen und nun mit solcher