Chapter

Glück giebt Verstand

Es schien, als wenn sich der Mai eigen dazu geschmückt hätte, den jungen Simon im väterlichen Hause recht freundlich zu bewillkommen, denn alle Blumen und Blüthen waren aufgebrochen, so daß der ganze frischbelaubte Garten wie in einem einzigen duftenden Strauß aufgequollen dastand. Der junge Mann, der Sohn des Landpredigers, sprang auch mit erneuten Sinnen über Feld und Wiese, lagerte sich in der geflochtenen Laube, hörte den summenden Bienen unter der großen Linde vor dem väterlichen Hause mit Andacht zu, und genoß, nach einer Abwesenheit von zwei Jahren, die Reize des Landlebens um so frischer, da er ihrer so lange in einem kleinen Städtchen, unter drückenden und langweiligen Geschäften hatte entbehren müssen. Die Mutter freute sich an der Trunkenheit ihres Sohnes, aber der ernstere Vater hatte erwartet, daß der Sohn mehr mit der Miene des Geschäftmannes die Scene seiner Kindheit besuchen würde. Er bedachte nicht, daß er um so viele Jahre älter, der Umgebung mehr gewohnt sei und deshalb die Freude des Sohnes nicht theilen könne, dem er ein stolzeres und kälteres Wesen wünschte, um den Leuten mehr zu imponiren, die vor seinem jugendlichen frohen Gesichte keine große Achtung, viel weniger Scheu empfinden wollten. Er, als ein stolzer und eitler Mann, hatte gehofft, daß in diesem Sohne der Glanz seiner Familie sich neu beleben sollte, und aus diesem Grunde hatte er ihn auch

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