Chapter

Glossen

Emil Gött Glossen Mein Leben glich bis heute einer Schachpartie, die ich mit einem plumpen Gegner spielte. Keinen Zug konnte ich tun, ohne daß er mir wegnahm, was er nehmen konnte – ohne eigenen Plan und ohne einen solchen bei mir zu erkennen. Und mir, dem es nicht auf das Gewinnen, sondern auf den schwermütigen Reiz des feinen Spiels ankam, war es nicht möglich, auf seine Spielart einzugehen; ich ließ ihm seine Figuren, und nahm sie im selben Grade weniger, als ich sie bequem schlagen konnte. Er aber hüpfte raublustig in meinem Spiel umher, auf meine Art bauend, und sie für unbegreifliche Dummheit haltend. So konnte ich keine Partie gewinnen, und zornig stieß ich mehr als einmal das Brett um. Einst, wenn sich jemand empfindlich, aber unabsichtlich gegen mich vergangen hatte, gewöhnte ich mir an, seine Gründe als für ihn und seine Tat maßgebend zu betrachten und nur zu sagen: er tut so! Und ich zürnte ihm so wenig wie der Tischkante, an der ich mich stieß. Später, als ich darin eine genügende Sicherheit hatte, die mich vor unzähligem Ärger bewahrte und meine Seelenkräfte schonte, gewöhnte ich mir an, wenn sich jemand absichtlich oder doch bewußt gegen mich verging, sofort zu denken: er ist so! Also kann er nicht anders und ist genug durch die Freudlosigkeit seines Wesens und damit gestraft, daß ich ihn nicht lieben kann. Ich lernte noch mehr verzeihen und betrachtete es als die

Connection lost

Reconnecting to the server…

Reconnect failed. Trying again in seconds.

We couldn't reconnect to the server. Retry, or reload the page.

The session was paused by the server.

The session couldn't be resumed. Please reload the page.