Ein Tag aus der großen Zeit
Seite 9: Der eiserne KriegsbecherAufruf des Ehrenausschusses Wien, 2. August. Wir haben bereits das neueste Kriegsandenken, den eisernen Kriegsbecher, eingehend besprochen. Der Gedanke, dem Publikum zum Dank für die durch den Ankauf eines Bechers geleistete Kriegshilfe die Erwerbung eines wirklich schönen und nicht alltäglichen Erinnerungszeichens zu ermöglichen, stammt vom Statthalter der Steiermark, Grafen Manfred Clary und Aldringen. Die außerordentlich geschmackvolle Form und Ziselierung des Festbechers (denn als solcher ist das durch die große Zeit geweihte Trinkgefäß gedacht) hat Professor Marschall geschaffen. Der Aufruf, in welchem sich der Ehrenausschuß an die Öffentlichkeit wendet, hat folgenden Wortlaut: Denkmale, welche die Völker dem Ruhme der Vergangenheit errichten, reden zu allen und sind Gemeingut. Aber auch in der Einsamkeit oder im engen Kreis der Familie schwingt sich das Gemüt des einzelne zu den höchsten Höhen allgemeiner Begeisterung empor, so oft ihn die im eigenen Heim als teures Kleinod aufbewahrten Erinnerungszeichen und Symbole an große Zeiten gemahnen. Und welch große Zeit durchleben wir heute! Ja, wann waren die Waffen geheiligter als jetzt, da sich die Völker der Monarchie in flammender Empörung erhoben und in hingebender Begeisterung um ihren heißverehrten Kaiser scharten, den tückischen Einbruch des Feindes abzuwehren – wann pochten mächtigere