Gloria
John Oliver photographierte den nordwestlichen Teil des Sternenhimmels. Er arbeitete daran seit elf Uhr abends, und es war eine mühselige Arbeit, die den jungen Assistenten der Pasadena-Sternwarte über alle Maßen verdroß. Denn draußen, jenseits der großen stillen Kuppel, aus der das Fernrohr wie ein Geschütz hervorstand, ging eine laue bewegende Nacht um, und John Oliver dachte mehr an Gloria, die Rotblonde, als an seine wissenschaftlichen Himmelsuntersuchungen. Sein Blut ging laut, er fluchte vor sich hin. Die Einsamkeit in der Beobachtungskuppel war vollkommen. John Oliver war allein mit sich und den Myriaden Sternen, die er, mechanisch die Platten wechselnd, Stunde um Stunde aufnahm. Morgen vormittag würde man auf ihnen Hunderttausende winzig kleiner weißer Punkte sehen, und auf Wochen hinaus würden die Assistenten der Sternwarte über diese Aufnahmen sich beugen und sie peinlich genau vergleichen mit den älteren Aufnahmen. Endlich würden sie einen Bericht schreiben mit dem Schlußsatz: Am nordwestlichen Himmel nichts Neues, und dann würde die Schinderei an einem anderen Teile wieder angehen. Bestandsaufnahme des Weltalls! John Oliver verfluchte sie aus tiefstem Herzen. Er war durchaus nicht in der Stimmung, sich dem Zauber der gestirnten Unendlichkeit hinzugeben, und das leise Schnurren des Uhrwerks, das das Fernrohr, entsprechend der Winkelgeschwindigkeit der Erde,