Kapitel 1
Auf der ins Privatkontor des Herrn Friedrich Lürsen führenden Schwelle stand ein etwa dreißigjähriger Mann, der nach kurzem Klopfen rasch die Tür öffnete und den Flügel hinter sich zuklinkte. Friedrich Lürsen, Teilhaber des Bankhauses Lürsen & Doller, der am Fenster stehend gedankenverloren seine Blicke über die im ersten Grün prangenden Bäume des Gartens hinwegschweifen ließ, wandte sich um und rief erfreut: »Ah, Herr Recking, da sind Sie ja schon! Und schneller, als ich erhoffen durfte.« Er drückte dem Eintretenden die Hand und bemühte sich, ihm Hut und Überrock abzunehmen. Dann nötigte er ihn, es sich in einem der hochlehnigen Klubsessel bequem zu machen. »Wie gesagt, Herr Recking,« fuhr er fort, dem Besucher die gefüllte Zigarrenkiste hinreichend, »ich hätte Ihnen den Weg gern abgenommen und Sie in Ihrer Wohnung aufgesucht, aber da Sie mir durch den Fernsprecher mitteilten, daß Sie schon auf dem Sprung seien, auszugehen …« »Und überdies der Weg, den ich noch vorhabe, mich bei Ihnen vorbeiführen mußte,« ergänzte der Detektiv Ralf Recking verbindlich lächelnd und setzte eine Zigarre in Brand, »so wird es schon das beste sein, Sie schütten mir Ihr Herz hier aus. Wenn ich Sie am Fernsprecher vorhin richtig verstand, handelt es sich um einen Betrug, den ein Ausländer auf Ihrer Bank versuchte, und der ihm leider gelang. Oder wurde inzwischen etwa noch ein weiterer