Chapter

Die Geschichte des Herrn von Eibengrün

Gespensterbuch. Drittes Bändchen Im ersten Hotel der Residenz fiel bald die Aufmerksamkeit der Gäste sowohl als des Wirths auf einen gewissen Herrn von Eibengrün. So nannte sich wenigstens der junge Mann von etwa sechs und zwanzig Jahren, der vor einigen Wochen, mit allen Reisebequemlichkeiten versehen, angekommen war, seitdem die ganze Tageszeit gewöhnlich in der waldigen Gegend zubrachte und aller Ansprache möglichst auswich. Auch seinen Leuten ließ sich keine Auskunft über ihn abgewinnen. In einem benachbarten Lande an Einem Tage von ihm gemiethet, waren sie gleichfalls ohne alle Nachricht über Heimath und Herkunft ihres neuen Herrn. Die Neugier stieg, als einmal des Morgens ein junger Mann vor das Hotel fuhr und in gebrochenem Deutsch hastig nach dem Herrn von Eibengrün fragte. Der Wirth war dem sichtbar höchst Zornigen nachgeschlichen und hörte bald vor Eibengrüns Zimmer ein Gepolter von italiänischen Worten, das ihm auf einen gefährlichen Ausgang zu deuten schien. Darauf eilte der Fremde zurück in seinen Wagen. Eibengrüns Bedienter wurde gerufen und kam mit ein Paar Pistolen kopfschüttelnd wieder heraus, um sie zu laden. Eine Stunde später fuhr auch Eibengrün ab, denselben Weg als der Fremde. Die Pistolen wurden mitgenommen, der Bediente zurückgewiesen. Mein Herr, mein guter Herr ist verloren! rief dieser und ward so ängstlich, daß es ihm nur noch kurze Zeit im Hause

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