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Gesellschaft

Mondäne Silhouetten von Raoul Auernheimer Zweite Auflage Egon Fleischel & Co. Berlin 1910 Das Album Personen: Cäcilie Forst, eine Weltdame – Philipp, ihr Gatte – Schriftsteller Caesar Frank – Zeichner Rott – Baron Amberg – Doktor von Flattau, ein junger Herr aus der Provinz – Kellner. Ende Mai, in dem unter dem Namen »Venedig in Wien« bekannten Vergnügungsetablissement. Kaffeehaus in der Nähe des Theaters. Es ist zehn Uhr abends, das Café ist noch ziemlich leer. Draußen auf dem Platz ein paar Menschen – Vergnügungspöbel – mit gelangweilten Gesichtern. Von drüben, aus dem Theater, brandet die Musik herüber. Manchmal übertönt die Brandung der hohe Schrei einer Sängerin oder ein kurzes, plätscherndes Gelächter. Allmählich schwillt dann der Lärm an, es wird mehr geschrieen, häufiger gelacht: Das Finale. Irgendwo in der Ferne spielt eine Kapelle das »Vilja«-Lied. Der Baron (ganz allein an einem Tisch, hört eine Weile zu, gähnt, sieht auf die Uhr und klopft schließlich entschlossen auf den Tisch) Zahlen werd ich! Kellner Jean, zahlen! Der Baron Heut ist's aber besonders fad da. Ist's jetzt immer so? Kellner Die Herrschaften kommen erst nach dem Theater. Der Baron Wann ist's denn aus? Kellner Um elf. Der Baron Ah, das dauert mir zu lang. Zahlen, zahlen! Wo steckt er denn? Kellner Mir scheint gar, er schlaft noch. (Ab.) Der Baron Wiener Nachtleben! Sogar die Kellner schlafen! Und das

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