Chapter

Kapitel 1

Die Schulkinder von Brunsode lagen, des Schönschreibens beflissen, auf ihren Tischen. Oben knarrte die Feder über holziges Papier, unten rieb der Griffel knirschend in Schiefer. Ein lustiges Torffeuer, das im gußeisernen Kanonenofen bullerte, hatte die über Nacht erblühte Eisblumenherrlichkeit der Fenster schon zerstört und auf den in greller Januarsonne liegenden, von Eis- und Schneekristallen blitzenden Schulhof den Blick frei gemacht. Diesen begrenzten auf zwei Seiten Doppelreihen schlank aufgeschossener Tannen. Auf der dritten dagegen, dem Schulhause gegenüber, lief ein gut zwei Meter hoher Fahrdamm, der mit schimmernden Birken bestanden und von einem dunklen Schiffgraben begleitet in einer Länge von fast fünf Kilometern sich schnurgerade vor den vierzig »Stellen« der Moorkolonie Brunsode hinzog. Die Schule lag genau in der Mitte des Dorfes und war durch den Damm von der Reihe der Gehöfte getrennt. Für Herrn Christian Lenz, der seit mehr als drei Jahrzehnten in Brunsode die Kinder lehrte und durch seine Frau Engel, geborene Schnakenberg, sowie durch seine Tochter Käthe, verheiratete Kück, mit dem halben Dorf verschwägert und versippt war, bedeutete das von den Tannenwänden abgeschnittene Stück Damm eine recht angenehme Schaubühne, der er zuzeiten mehr Aufmerksamkeit schenkte, als für den Unterricht gut war. So saß er denn auch heute, während sein Völkchen schön schrieb, mit

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