Das Vaterhaus
Ob prächtig schaut mit Turm und Bogen Das Vaterhaus in's weite Land; Ob sich's von Efeu grün umzogen Gemütlich lehnt am Waldesrand; Ob in den Straßen langer Reihe, Im kleinen Dorf, im Felde draus: Ihm mangelt nie des Herzens Weihe – Es ist und bleibt das liebste Haus! Denn holde Bilder drinnen prangen Aus einer lieben Jugendzeit: Das Mutterherz voll Lust und Bangen, Das Vateraug voll Zärtlichkeit; Das Schwesterchen in seiner Wiege Mit einem Köpfchen rund und kraus; Der Brüder laute, lust'ge Kriege – Dies alles zeigt das Vaterhaus. Und mancher schöne Festesmorgen, Und mancher Abend lieb und traut, Und manche Hoffnung still verborgen Die sich das Kinderherz erbaut: Das Weihnachtsbäumlein voller Schöne, Der Osterhas, der Nikolaus, Und all' die hellen Freudentöne – Sie stammen aus dem Vaterhaus. Doch auch ein Bild voll tiefer Trauer Mischt unvergeßlich sich hinein, Ein Bild voll Tränen und voll Schauer: Der enge, kalte Totenschrein – Wenn einen aus dem trauten Kreise Zur ew'gen Rast man trug hinaus Und alle weinten bang und leise Im gramerfüllten Vaterhaus. O Vaterhaus mit deinem Frieden Sei uns gegrüßt viel tausendfach! Ob längst wir sind aus dir geschieden, Ob noch uns deckt das liebe Dach! Nimm unsern Dank für allen Segen, Der immer strömt von dir heraus. Wir denken dein auf allen Wegen, Geliebtes, teures Vaterhaus! Wer heutigen Tages im Dampfwagen auf dem Wege von Augsburg nach