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Der Bayrische Hiesel

Selten hat es einen Verbrecher gegeben, dessen Taten zu ihrer Zeit so großes Aufsehen erregten wie die des Bayrischen Hiesel. Sein Ruf war aber nicht nur während seines Lebens durch ganz Deutschland verbreitet, sondern lebte noch lange nach seinem Tode im Volke fort und wurde durch eine ganze Reihe von Lebensgeschichten, Gedichten und Novellen lebendig erhalten. Aber nicht nur die Berühmtheit des Verbrechers macht ihn interessant, sondern er unterscheidet sich in der Tat in bemerkenswerter Weise von fast allen uns bekannten Missetätern durch sein langjähriges Festhalten an dem Wahne, daß sein gesetzwidriges Tun lobenswürdig sei. Dazu kommt, daß das Hauptmotiv, das ihn zu seinem unheilvollen Treiben veranlaßte, die Eitelkeit nämlich, bei anderen meist erst in zweiter Linie mitwirkte. Endlich kann man bei ihm ein so stetiges Fortschreiten auf der Bahn des Verbrechens beobachten wie nicht leicht bei jemand anders. Wer diese Punkte im Auge behält, wird die folgende Biographie nicht ohne Anteilnahme lesen. Matthias Klostermaier, nachmals der Bayrische Hiesel, auch der Brentanhiesel und von seinen Feinden der Waldteufel genannt, wurde am 3. September 1736 zu Kissing, einem Dorfe im bayrischen Landgerichtsbezirke Friedberg, nicht weit von Augsburg, geboren. Sein Vater, Michael Klostermaier, wohnte dort im Häuschen zum Brentan, das nach einem früheren Besitzer so genannt war, als Hirt

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