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Das verratene Beichtgeheimnis

Im Jahre 1700 lebte in Croix Daurada, einem Dörfchen in der Nähe von Toulouse, ein Pfarrer namens Peter Cölestin Chaubard. Der Mann besaß weder außergewöhnliche Energie noch hervorragende geistige Fähigkeiten, aber er war gewissenhaft und unermüdlich in der Erfüllung seiner Pflichten, einfach in seinen Gewohnheiten, tadellos in seinem Wandel, liebenswürdig im Umgang und wurde wegen dieser Eigenschaften von allen seinen Pfarrkindern geehrt und geliebt. Eine der angesehensten und wohlhabendsten Familien in der Gemeinde war die des Herrn Siadoux. Sie bestand aus dem Herrn Saturnin Siadoux selbst, einem Witwer von sechzig Jahren, aus drei erwachsenen Söhnen, die dem Vater in dem Betrieb einer ziemlich bedeutenden Ölsiederei zur Hand gingen, und aus zwei blühenden Töchtern. Eine Schwester des Herrn Siadoux, Frau Mirailhe, war vor kurzem Witwe geworden. Ihr verstorbener Mann hatte ihr ein beträchtliches Vermögen hinterlassen, sie wohnte noch in Toulouse, um zunächst die Nachlaßangelegenheiten zu ordnen, wollte aber später nach Croix Daurada übersiedeln und den Rest ihres Lebens im Hause ihres Bruders verbringen. Sie liebte ihre Neffen und Nichten von ganzem Herzen, und da sie keine eigenen Kinder hatte, sollten jene einst ihre Erben werden. Frau Mirailhe war freilich über die Jahre, in denen sich eine Frau vorkommendenfalls entschließt, eine zweite Ehe einzugehen, noch nicht hinaus.

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