Chapter

Erstes Kapitel

Giafar war der geliebteste Sohn des berühmten Vizirs Jahiah Saffahs, den der Khalife Hadi durch einen Machtspruch erdrosseln ließ, weil er es zu oft wagte, ihm mit Vorstellungen über das Glück seiner Unterthanen Langeweile zu machen. Besonders fiel er ihm mit dieser Zudringlichkeit in Persien, wo damals der Khalife sein Hoflager hielt, beschwerlich, weil er sich als Perser und Minister und, was noch unerhörter ist, als Abkömmling der alten Herrscher dieses Landes, dreifach dazu verpflichtet glaubte. Natürlich beförderte er dadurch nur schneller seinen Fall. Sollte dieses unpolitische und ungewöhnliche Betragen eines Staatsministers gleich Anfangs dieser so wahrhaften Geschichte das Ansehen eines morgenländischen Märchens geben, so mögen es unsre hohe Kultur und verfeinerte Denkungsart entschuldigen. Mit allem Recht gibt der Umstand: daß Jahiah Saffah für das Glück eines Throns arbeitete, auf welchem einst seine Vorfahren mit großem Ruhm gesessen hatten, daß er sich, zufrieden mit dem Guten, welches er thun durfte, der Ansprüche seines Hauses auf denselben kaum erinnerte, dieser Meinung bei uns verfeinerten Europäern viel Gewicht. Der Vizir empfing den Befehl zu seiner Hinrichtung, als er sich eben mit seinem Sohne über die dunkeln Geheimnisse des Schicksals und der Bestimmung der Menschen unterhielt. Ein Gegenstand, wovon die Sterblichen um so mehr und um so lieber reden, je

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