Chapter

I. Das Ende der holländischen Malerei.

1. Die Genremaler Innerhalb der holländischen Kunst bildet Rembrandt eine Enclave. So sehr seine Schüler ihm oft äußerlich ähneln – seine Werke sind die Seelenoffenbarungen eines Genius, die der Schüler sind gute Oelbilder. Es wird erzählt, daß Rembrandt anfangs viel Zeit auf seine Lehrthätigkeit verwandte. Der individuellste aller Künstler, pflegte er die Eigenart der andern, ließ das Atelier, in dem sie arbeiteten, durch spanische Wände in getrennte Abteilungen zerlegen, damit keiner den andern beeinflusse. Aber während er sie vor einander schützte, zerdrückte er sie durch die eigene Persönlichkeit. Was übertragbar war, nahmen sie ihm: die Stoffe, die Kostüme, die Art der Beleuchtung. Anfangs, als er der angestaunte Maler Hollands war, ist ihr höchster Stolz, mit ihm verwechselt zu werden. Später, als die Gunst der Menge sich von ihm abgekehrt, lenken sie in »solidere« Bahnen, in die breite Heerstraße des Allgemeinverständlichen ein. Jan Livens und Willem de Poorter besuchten schon in Leyden um 1630 das Atelier des Meisters. Livens' Hauptwerk ist ein »Opfer Abrahams« in Braunschweig. Sonst ist er durch Holzschnitte, die früher unter Rembrandts Namen gingen, bekannt. De Poorters Salomo, der den falschen Göttern opfert, geht auf Rembrandts »Simeon« von 1631 zurück. Jacob Adriaen Backer, einer der ersten, die in Amsterdam 1632 in das Rembrandtatelier traten, wurde Porträtmaler

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