Fünfter Theil - Erste Erzählung
Und wirst Du nicht für den Winter in die Stadt ziehen, lieber Onkel … es ist ja ganz unmöglich, es den Winter über in dieser Einsamkeit auszuhalten!« Der junge Mann, der diese Worte sprach, stand mit dem Arm an einen Kaminsims gelehnt und blickte dabei auf einen schlanken Herrn mittler Größe im Alter von etwa fünfundvierzig Jahren nieder, der sich bequem in einen Lehnsessel gestreckt hatte und in die Flamme blickte, welche im Kamine flackerte und sich sehr wohlthätig in dem kleinen alterthümlich eingerichteten Salon fühlbar machte … draußen herrschte eine feuchte, kühle Nebelluft und verkündete das Nahen des Herbstes. »Mein lieber Max,« versetzte der Angeredete, »ich will Dir eine Antwort auf Deine Frage geben und sie mit einer moralischen Nutzanwendung für Dich begleiten, wenn Du mir noch eine von den Cigarren giebst, welche Du rauchst und welche so viel besser sind, als die Deines Onkels …« »In der That,« versetzte lächelnd der Neffe, »Du hast eben nicht das Glück, einen Onkel zu besitzen, der so freigebig für Deine Bedürfnisse sorgt, wie ich, und mußt deshalb schlechtere Cigarren rauchen – recht schlechte, nebenbei gesagt – hier ist mein Etui!« Der Onkel wählte sich eine der Cigarren aus, worauf sein Neffe ihm Feuer darreichte, und dann sagte er mit einem leichten Seufzer: »Sieh, Max, das Leben ist eine lange und schmerzliche Uebung im Verzichten. Ein großes fortgesetztes