Chapter

Erster Theil

Erzählung. Der Mensch ist ein eigenthümlich unlogisches Wesen. Dies zeigt sich in gar mancherlei Dingen, aber durch nichts tritt es mehr hervor, als durch den unbändigen Respekt, welchen er vor der Menge, vor seines Gleichen besitzt, sobald diese eine Zahl bilden. Versetzt ihn nur einmal in die Nothwendigkeit, eine Rede vor nur zwanzig, dreißig Versammelten zu halten! Sein Herz pocht, er beginnt stotternd, er verändert die Farbe seines Gesichts und den natürlichen Ton seiner Stimme. Und doch, steht er Jedem jener dreißig Menschen, die ihm eine so große Gemüthsbewegung verursacht haben, einzeln oder zu zwei, zu drei, zu fünf privatim gegenüber, so spricht derselbe Mann vor ihnen ganz dieselben Gedanken mit der allervollkommensten Ruhe aus, ja er dünkt sich ihnen vielleicht außerordentlich überlegen, weist sie wohl gar mit großem Selbstgefühl zurecht und kümmert sich um das Urtheil, welches jeder Einzelne von ihnen Allen über ihn fällt, am Ende vielleicht nicht das Allermindeste. Und dann wieder, mit welcher menschenfeindlichen Laune arbeiten wir uns durch das Gedränge volkreicher Gassen in einer großen Stadt fort! Welche unchristliche Gleichgültigkeit empfinden wir gegen diese fluchenden Massen! Es bedarf gar nicht der häufigen Ellbogenstöße, bald in unsere rechte, bald in unsere linke Seite; es bedarf nicht der brutalen Warnungsrufe der Lastträger, welche uns von hintenher mit

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