Chapter

Novelle (Tagebuchblätter)

Novelle. 1. Haus Milendonk, am 5. April 185*. Erst heute, mein theurer Max, komme ich dazu, mein gegebenes Wort zu lösen und Dir Bericht von dem Erfolg, mit welchem ich meine Rolle als Gutsherr spiele, zu geben. Ich hätte schon früher eines der Tagebuchblätter, welche ich Dir verheißen, abgeschickt, hätte ich die nöthige Gemüthsruhe dazu gehabt. Allein erstens waren meine Pferde noch nicht angelangt – Abdallah und Fingal ließen, nachdem ich ihnen vorausgereis't, um in ihrer neuen Residenz alles zu ihrem Empfang vorzubereiten, auf sich warten, wie große Herren nun einmal zu thun pflegen. Und dann zweitens, mein lieber Freund, mußt Du wissen, daß ich glücklicher Inhaber so hoher, weiter und überflüssig geräumiger Etui's für den in so viel glänzende Facetten hauptstädtischer Bildung geschliffenen Brillant meiner kleinen Persönlichkeit bin, daß – ich friere! Ganze Blöcke trockenen Eichenholzes – sie dauern mich förmlich, denn wie viel Prachtexemplare von Landeseingeborenen echtester Sorte könnte man daraus schnitzeln – also ganze Blöcke von Eichenholz lasse ich in die Ofenungeheuer stecken, und doch wird es in diesen großen Gemächern nicht so warm, daß ich die nöthige Behaglichkeit finde, die zum ausführlichen Schreiben an einen Freund gehört. Aber alles der Reihe nach! Wer hätte mir prophezeit, mir, dem hoffnungsvollen Diplomaten, der mit seinem getreuen Max so lange an der Spitze

Connection lost

Reconnecting to the server…

Reconnect failed. Trying again in seconds.

We couldn't reconnect to the server. Retry, or reload the page.

The session was paused by the server.

The session couldn't be resumed. Please reload the page.