Erster Akt
Saal im Schloß. Siegfried mit seinen Rittern, gerüstet. Im Hintergrund die Diener Caspar, Hans, Balthasar, Conrad. Ihm zur Seite Golo und Hildebrant. Man sieht durch die nach hinten geöffneten Fenster einen steil emporragenden Turm. In der Ferne Landschaft. Erste Szene. Siegfried (tritt vom offenen Fenster zurück). Frisch ist's und kühl. Ein Schütteln, wie vor Frost, In allen Bäumen. Und der Sonne Licht So welk, so matt! Ein Morgen ist's, wo man Zu Pferd muß. Ist denn alles jetzt bereit? Hildebrant. Nichts fehlt, als Ihr. Mit ungeduld'gem Huf Scharrt Euer Roß den Boden. Laufen wird's, Wenn Ihr es auch nicht spornen mögt. Es friert. Im Sattel sitzt schon Reisiger, wie Knecht, Nur, daß der Arm der Liebe hie und da Noch einen wieder sucht herabzuziehn. Allein im Bügel hält der Bursch sich fest Und lacht, um nicht zu weinen, beißt auch wohl Die Zähn' zusammen, oder schilt und flucht. Siegfried. Ein Beispiel für mich selbst. Dazu gehört Der Mannskraft mehr, wie zu dem wild'sten Kampf. Ich komm' mir hier, wie festgewachsen, vor. Hildebrant. Deß schämt Euch nimmermehr, vieledler Graf! Wenn ich mein Weib verließ, so war mir's stets, Als würd' ich mitten durchgehaun. Zwar pfiff Ich nach dem Abschied oft ein lustig Lied, Doch so, wie jener, der die Geige strich, Da man ihn führte in den bittren Tod. Siegfried. Ihr, Golo, steht abseits? Golo. Ich sinne nach, Worin ich schlechter, als die