Chapter

Die Erbschaft

1. Langeweile heißt mein Leiden, lieber Leser. Ich langweile mich überall; im Hause und außer dem Hause, bei Tisch, wenn ich keinen Hunger mehr habe, auf einem Ball, sobald ich in den Saal getreten bin. Es gibt keinen Gegenstand, der meinen Geist, mein Herz, meine Neigungen gefangen nimmt, und nichts scheint mir so ewig zu dauern wie meine Tage. Trotzdem gehöre ich zu denen, die man die Glücklichen dieser Welt nennt. Mit vierundzwanzig Jahren habe ich noch keinen andern Verlust zu beklagen gehabt, als den meiner Eltern; und die Trauer, die ich darüber empfinde, ist sogar das einzige Gefühl, das ich mit einer Art schmerzlichen Behagens in mir nähre. Im übrigen bin ich reich, verhätschelt, gern gesehen, beliebt, unbekümmert um Gegenwart und Zukunft: alles wird mir leicht, alles steht mir offen. Und zum Überfluß hab' ich noch einen Paten (er ist mein Onkel), der mich liebt und mir einst sein sehr bedeutendes Vermögen zuwenden will. Und inmitten all dieser Güter gähne ich, daß mir die Kinnbacken zerreißen könnten. Ich finde selbst, daß ich zu viel gähne. Ich habe darüber mit meinem Arzt gesprochen; er meint, es sei nervös, und läßt mich abends und morgens Baldriantropfen nehmen. Ehrlich gesagt hätte ich nicht geglaubt, daß es so schlimm um mich stände; und da ich eine schreckliche Furcht vor dem Tode habe, so beschäftigen sich meine Gedanken nur noch mit einem innerlichen Leiden,

Connection lost

Reconnecting to the server…

Reconnect failed. Trying again in seconds.

We couldn't reconnect to the server. Retry, or reload the page.

The session was paused by the server.

The session couldn't be resumed. Please reload the page.