Chapter

Franzosen

Es ist ein groß Ergetzen Sich in den Geist der Zeiten zu versetzen. Goethe Montaigne Im Jahre 1477 erwarb der reiche Bordelaiser Kaufherr Ramon Eyquem das Schloß Montaigne in der Nähe von Castellan im Périgord. Sein Sohn Grimon förderte den Ruf des Handelshauses und das Ansehen der Familie. Dessen Erstgeborener, Pierre Eyquem, schlug aus der Art und wurde Soldat, zog als Krieger durch Italien und brachte eine spanische Jüdin mit nach Hause, die sein Weib wurde. Dieser wackere Bürger ward Bürgermeister von Bordeaux und nebenbei Vater von elf Kindern; anderen Luxus gestattete er sich nicht. Von diesen elfen blieben acht am Leben – une race fameuse en prud'hommie –, und das älteste ist Michel Eyquem, der Verfasser der Essays, geboren am 28. Februar 1533. Seine Taufpaten waren elende Bettler; die Eindrücke seiner zwei ersten Kindheitsjahre – vorausgesetzt, daß so frühe Eindrücke für die spätere Entwicklung des Menschen überhaupt von Einfluß sind – waren Armseligkeit und Hunger. Der Vater wollte, daß der Sohn an die Erniedrigten und Unterdrückten gefesselt werde, daß er sich gewöhne, »mehr nach denen zu blicken, welche die Arme nach uns ausstrecken, als nach denen, welche uns den Rücken kehren«. Aber vom dritten Jahre ab wurde Michel vom Vater verhätschelt, so daß es nicht in Erstaunen setzt, Montaigne so oft und mit so viel Liebe von seinem Vater sprechen zu hören, während er die

Connection lost

Reconnecting to the server…

Reconnect failed. Trying again in seconds.

We couldn't reconnect to the server. Retry, or reload the page.

The session was paused by the server.

The session couldn't be resumed. Please reload the page.