Der Weizenkönig
J. B. Hotkins, einer der größten Börsenmakler Chikagos, hatte sich kürzlich ein Motor-Landaulet neuesten Modells angeschafft. Er interessierte sich zwar längst nicht mehr für Automobilsport, benötigte aber dringend eine Expreßbeförderung ersten Ranges von seiner Villa nach der Jacksonstreet, wo sich seine Kontors befanden. Die Maschine war niedrig, breit und bequem, lief ihre 140 Kilometer und war nach Hotkins' ausdrücklicher Anordnung so gebaut, daß er die Ellbogen des Chauffeurs nicht an seiner Person zu verspüren brauchte. Die Steuervorrichtung war nach Hansom-Art hinter der Kalesche angebracht worden, so daß Hotkins in der angenehmen Lage war, sich in seinem eigenen Wagen als der einzige oder doch zumindestens als der vorderste zu fühlen. Auf der allerersten Fahrt mit diesem neuen Motorwagen ereignete sich nun folgender Vorfall: Der Weizenmarkt hatte zu eben jenem Zeitpunkt eine stürmische Krise durchzumachen, und Hotkins war Führer eines Corner in Weizen, einer Blockade des Marktes, eines Riesenaufkaufs der gesamten Jahresernte von Millionen Bushels, der gleich einem gewaltigen Vakuum auf allen Magazinen der Welt lagerte und sog und zog. Der von Tag zu Tag heftiger hinaufgeschraubte Weizenpreis brachte als natürliche Folge große Kursstürze an der Fondsbörse und gleichzeitig in gewissen Ländern der alten Welt eine außerordentliche Brotteuerung mit sich, welche J. B. Hotkins