Chapter

Gefärbte Frauen und Andere

Den an Leib und Seele echtfärbigen Blondinen gewidmet! P. v. S das nicht überschlagen zu werden bittet! Erschrecken Sie nicht, verehrte Leserin, falls Sie – was ich gar nicht voraussetze – zufällig selber unechtes Lockengold auf Ihrem Köpfchen tragen sollten, jenes an das Gefieder des bekannten Stubensängers erinnernde Blond oder das märchenhafte Roth, das angeblich zuerst auf Tizian's Palette entstanden sein soll, wenn er schöne Frauen malte; erschrecken Sie nicht, es ist nicht meine Absicht, abermals aus dem hygienischen Gesichtspunkt eine Strafpredigt gegen diese Art de corriger la nature vom Stapel zu lassen, und Sie neuerdings zu versichern, daß Ihr eitler Betrug unter zehnmal neunmal entdeckt wird, und daß Ihnen nur krasse Ignoranten in die Falle gehen können. Es soll auch kein mitleidloses Spottwort über jene Frauen gesagt werben, die eines Morgens vor dem Spiegel durch weißschimmernde Fäden in der Schläfengegend und dann gar bald daraus durch immer breitere, farblose Streifen, die sich in ihrem Scheitel bemerkbar machen, an das wehmüthige Wort gemahnt werden: »Wie bald sind Lieb' und Lenz dahin, Und all die Seligkeiten!« und die nun eiligst beflissen sind, den vorzeitigen Schnee, von dem ihr warmes und lebensfreudiges Herz nichts wissen will, mit einem chemischen Präparat hinwegzuthauen. Es ist ja so schwer, mit Würde alt zu werden, und für eine alte Frau so schwer –

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