Chapter

Die-Laternen-Der-Markgasse

Eliab Quill hatte die Laternen des Kirchspiels seit sechsundzwanzig Jahren entzündet, und er trug sein Handwerk, wie andere Männer ihren Glauben tragen: still, bei jedem Wetter und ohne Dank zu erwarten. Jeden Abend beim Schwinden des Lichts nahm er Leiter und kleines messingenes Anzündgerät auf die Schulter, ging seine Runde, und eine nach der anderen erblühten die Gasstrümpfe unter seiner Hand — ein sanftes gelbes Ausatmen, ein angehaltener Atem aus Wärme gegen die nahende Dunkelheit. Der Nebel rollte vom Fluss herein, dick wie Wolle. Das Kopfsteinpflaster glänzte. Er lüftete den Hut vor den Droschkenkutschern und den Konstablern und den späten Dienstboten, die nach Hause eilten, und sie lüfteten ihren vor ihm, denn ein Laternenanzünder ist ein ehrbarer Mann, ein Bringer kleiner Gnaden, und Herr Quill war der ehrbarste von allen. Er hielt seine Umgangsformen blank, weil sie fast alles waren, was er besaß. Seine Frau war vor drei Wintern am Fieber gestorben, und er und seine Tochter Sera lebten ärmlich, doch sauber in zwei Zimmern über dem Kerzenzieher, wo sie feine Stickarbeit im Schein seiner Lampe verrichtete und ihn Papa nannte, mit einer Stimme, die der ihrer Mutter so glich, dass er an manchen Abenden auf den Treppenabsatz hinaustreten musste, um sich zu fassen. In der Markgasse hörte er es zum ersten Mal. Die Gasse war die älteste des Kirchspiels, krumm wie eine

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