Chapter

1. Kapitel: Die beiden Stromer

1. Kapitel. Die beiden Stromer. Der Berliner Vorortzug lief in die Station Birkenwalde ein. Es war neun Uhr abends und dazu ein Hundewetter, leichtes Schneetreiben, eisiger Wind … Nur ein paar Fahrgäste stiegen aus, zumeist mit Aktentaschen oder Paketen, — Birkenwalder, denn ein Fremder würde sich um diese Zeit und bei solchem Wetter kaum nach dem stillen, behaglichen Nest verirren. Als letzte passierten zwei ältere Männer in bescheidenen Wintermänteln, die abgegriffenen Mützen tief in die bärtigen Gesichter gezogen, mit ihren prallen Rucksäcken die Sperre. Der Beamte, der die Fahrkarten abnahm und doch jeden Birkenwalder kannte, blickte den beiden etwas erstaunt nach. Sie waren ihm fremd, und der Schnapsgeruch, der hinter ihnen herwehte, entlockte ihm die geringschätzige Bemerkung: »Stromer!!« Damit besah er sich die Fahrkarten, die der kleinere der beiden abgegeben hatte: Zweiter Klasse! Er rief daher den verdächtig duftenden Kerlen nach, deren abgerissene schäbige Mäntel, ausgefransten Hosen und schmierigen Stiefel, in all ihrer Erbärmlichkeit voll zur Wirkung gekommen waren …: »He — — Sie da!! Dies hier ist erst Birkenwalde!« Der Lange, Dürre drehte sich um … »Jeht dir ’n Dreck an!!« Und dann schritten sie weiter … Diese grobe Antwort ärgerte den Beamten. Die beiden Kerle hatten in ihm irgendein unbestimmtes Mißtrauen erregt. Aber — Dienst ist Dienst, — er konnte hier nicht

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