Erstes Kapitel: Hochzeits-Visiten
Am Hochzeitsabend fand die Marquise von Fontenoy-Mareuil, indem sie in ihr Zimmer trat, dasselbe ganz angefüllt mit sehr schönen, geschmackvollen Meubles und andern eleganten und prachtvollen Kleinigkeiten, bei deren Auswahl ein sehr feiner Geschmack und große Sorgfalt obgewaltet haben mußte. Zugleich war das Alter und der Geschmack der Marquise sehr zart berücksichtigt. Auf einem der eleganten Tischchen fand die Marquise ein zierliches Briefchen, welches sie zu öffnen eilte und Folgendes las: »Gnädige Frau! »Jetzt, wo ich Ihre Tochter werden soll, wünschte ich mit diesem Namen auch einen Platz in Ihrem Herzen zu erhalten, und bitte Sie, mir vorläufig das Recht zuzugestehen, mich aller Mittel, ihn zu erringen, bedienen zu dürfen. Besonders wünsche ich, daß Alles um Sie her Sie erinnern möge, daß Sie jetzt ein Kind mehr haben, welches Sie liebt und Sie zu pflegen wünscht. Erlauben Sie also, daß diese Kleinigkeiten zu Ihrem Gebrauch dienen und in Ihrem Zimmer bleiben. »Doch habe ich eine noch viel größere Gunst zu erbitten, nämlich, daß Ihre Güte mir rathen und mich leiten wolle in einer Welt, deren Gewohnheiten mir noch ganz fremd sind und in der ich doch nichts thun möchte, was Ihnen mißfallen oder diejenige lächerlich machen könnte, die von Ihnen gewürdigt wurde, in Ihre Familie einzutreten und Ihren edlen Namen zu tragen. »Meine Dankbarkeit, gnädige Frau, wird Ihnen den Werth