Das grüne Holz
Fuxloh lag ganz hinten in der Welt zwischen den Örtern Blaustauden und Grillenöd, abseits von den breiten Straßen duckte es sich verloren in den Wäldern, ein gar rauhes Dorf voller Tannen. Obst trug dort nur ein einziger Mostbirnbaum, der über hundert Jahre alt war, doch waren seine Birnen so grausam herb, daß man schreien mußte, wenn man hineinbiß. Sonst gediehen nur noch ein paar Vogelbeerbäume und Elexstauden droben an den felsigen Wegen. Aber in ihrem Schatten blühte die weltentlegenste Einfalt in tausend Blumen aus. Heute findet man das Dorf nimmer, die Wälder sind darüber gewachsen. Der Fuxloher Wind blies scharf und brannte den Bauern den Schlund aus. Drum war in dem Ort der Durst daheim. Besonders vorzeiten blieben die Männer oft wochenlang auf der Wirtsbank, sie knöpften sich den Latz vom Hosenboden ab und saßen auf dem rohen Fleisch, um das Hirschleder zu schonen. Am Samstag brachten ihnen die Weiber frische Hemden ins Wirtshaus. Und hie und da banden sich die Säufer mit Stierketten aneinander, daß keiner sich heimlich von der nassen Mette wegschleiche und sie alle gemeinsam in des Rausches Elend fuhren. Dazumal waren die Fuxloher als grobe Schelme, Wilderer und Raufer verrufen, im Lauf der Zeiten aber verloren sie allmählich den übeln Leumund. Es geschah kaum mehr, daß einer den Grenzstein in des Nachbarn Acker rückte, Rösser wurden überhaupt nimmer gestohlen, und