Zweite Abtheilung: Allerlei aus Welt und Wald
»Heda, guter Freund, wo geht der Weg nach der Försterei?« rief ein mit einem grünen Jagdrock bekleideter junger Mann, der, das Felleisen auf dem Rücken, eben in die Hauptstraße des Fischerdörfchens Häringsdorf eingebogen war, einem vor seinem Hause mit dem Ausbessern eines Bootes beschäftigten Fischer zu. Dieser zeigte ihm die nach dem Wald führende Straße, gab ihm die Richtung an, der er zu folgen hatte, und sagte: »Es führen wohl ein halb Dutzend verschiedene Wege dorthin, wenn Ihr nur einen von ihnen trefft, könnt Ihr nicht fehlen.« Der junge Mann lachte. »Das ist bequem,« sagte er. »Ist's überall so auf eurer Insel, dann muß es ja leicht sein, sich zurechtzufinden.« »Wie man's nehmen will,« bemerkte der Fischer, »das Finden ist so leicht wie das Verirren, und wer den Wald nicht kennt, für den ist letzteres leichter.« »Finde ich Jemand im Forsthaus, oder steht es schon leer?« fragte der junge Mann, schon halb im Weitergehen begriffen. »Die Alte ist noch da,« lautete der Bescheid, »so schnell läßt Frau Katzenpfötchen nicht los.« »Frau Katzenpfötchen?« lachte der Jägersmann, »das ist ja ein schnack'scher Name!« »Wir nennen sie nur so,« berichtigte der Fischer, »weil, weil – Sie verstehen mich schon, nicht?« »Ja wohl, ja wohl,« versicherte der Jäger, »Ihr nennt sie so, weil sie streicheln kann und mitunter ausholt und kratzt.« »Just so, aber sie ist eine gute Frau trotzdem,«