Chapter

Erste Abtheilung

Es war Frühling! Der Wald schmückte sich mit dem ersten Laub, die junge Saat keimte, die Schneeglöckchen trugen den grünen Frühlingsstrauß am weißen Kleide. Im Gebirge schmolz der Schnee, stürzte sich in die überfluthenden Bäche und mit diesen kopfüber in's flache Land, die Frühlingsherrlichkeit zu schauen, zu fördern, oder wohl gar in kindischem Uebermuth zu zerstören. Selbst in die Städte hinein sendete er seine Boten, der herrliche, blüthengekrönte Lenz; und die weit geöffneten Fenster der Häuser, die Grashälmchen, die sich überall zwischen den Pflastersteinen hervordrängten, die Schwalbennester in den Mauerspalten und hier und da der den Straßenlärm übertönende Jubelruf eines gefangenen Vögelchens, dem der Sonnenschein die Stäbe des Käfigs vergoldete, dies Alles bewies, wie willkommen die Botschaft war. Sind doch die Städter alle mit einander nicht viel besser daran als gefangene Vögel. Der Frühlingsruf dringt an ihr Ohr, in ihr Herz; die Flügel regen sich, die vergessenen Lieder wachen auf und wecken ein Echo in der Seele, aber es hat doch Jeder seinen kleinen Käfig in dem großen von Mauern umschlossenen, Jeder sein Tagewerk, das ihn fesselt, und so sehen sie den lachenden Frühling wohl in den Lüften schweben, erhaschen wohl eine Blume aus seinem Füllhorn, einen Schimmer seines goldenen Fittigs, aber die ganze vollendete Pracht seiner blühenden Herrlichkeit – die schauen

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