Chapter

Die Harten

Etlich schlimme Gesellen waren es, welche nach Beendigung des dreißigjährigen Krieges das Land unsicher machten und allgemein nur die »Harten« genannt wurden, einmal weil sie so hießen und zweitens weil sie bei ihren Räubereien und sonstigen Übelthaten keine Schonung kannten. Es waren mit einem Wort hartgesottene Sünder. Ihre Namen waren: Grimmhart, Braunhart, Krummhart, Schlamphart, Bockhart u. s. w. Sie pflegten wöchentlich einmal in einer am Walde gelegenen Schenke zusammenzukommen, um ihre Meinungen und auch ihre Beutestücke gegenseitig auszutauschen, je nach Neigung und Bedürfnis. Die Herberge hieß zum roten Krug. Es war in einer stürmischen Nacht zu Ende Oktobers, als sie sich hier wieder einmal zusammenfanden. Jeder hatte sein Rößlein an die Krippe gebunden, ihm Heu 4 vorgesteckt und war dann mit klirrendem Sporn und Schwert in die niedrige, rauchige Wirtsstube getreten. Sie setzten sich an den langen braunen Tisch, in welchem eine Menge Namen, Sprüche und Verse eingeschnitten waren. Bald hatte jeder seinen Humpen vor sich. Auf dem dreibeinigen Stuhle sich schaukelnd, begann Grimmhart die Unterhaltung: »Habt ihr denn auch bemerkt,« rief er mit heiserer Stimme, »daß einer, als wir angeritten kamen, sich schleunigst aus dem Staube machte? Es war der Klostervogt vom Stift, der hat mir auf einen guten Gedanken verholfen: der Wein ist heuer geraten, wie wär's, wenn wir uns

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