Erster Theil
„Das nennt man nun hier zu Lande Frühling! Das Schneetreiben wird mit jeder Minute ärger, und dazu bläst dieser liebenswürdige Nordost mit einer Energie, als wollte er uns mit der ganzen Extrapost fortwehen. Es ist zum Verzweifeln.“ Die Postchaise, deren einer Insasse in dieser Weise seinem Unmuthe Luft machte, arbeitete sich in der That mühsam durch den Schnee der Landstraße. Die Pferde kamen trotz aller Anstrengung nur im Schritt und so langsam vorwärts, daß die Geduld der beiden Reisenden, die sich im Innern des Wagens befanden, auf eine harte Probe gestellt wurde. Der Jüngere der Beiden, der einen sehr eleganten, aber für diese Witterung viel zu leichten Reise-Anzug trug, konnte höchstens vierundzwanzig Jahr alt sein. Der volle Lebensmuth oder vielmehr Uebermuth der Jugend leuchtete aus den schönen offenen Zügen, aus den dunklen Augen, die so keck und klar in die Welt blickten, als wären sie noch nie von irgend einem Schatten getrübt worden. Die ganze Erscheinung hatte etwas ungemein Fesselndes und Liebenswürdiges, aber der junge Reisende schien die Verzögerung der Fahrt sehr ungeduldig zu ertragen und gab seinem Aerger darüber jeden nur möglichen Ausdruck. Desto gleichgültiger zeigte sich sein Begleiter, der, in einen grauen Mantel gehüllt, in der anderen Ecke des Wagens lehnte. Er schien einige Jahre älter zu sein, aber sein Aeußeres hatte wenig Anziehendes. Seine Gestalt