Fruhlings-Sturme
Eigentlich ist's schade um ihn!« – »Schrecklich ernsthaft, immer so ganz bei der Sache.« – – – »Der Nachfolger? Kleiner, drolliger Mensch mit langer Nase, sächsischem Dialekt, hab's von meinem Bruder, der ihn irgendwo kennen gelernt – –.« »Wird ja rührend werden.« »Ja, paßt mal auf, was wir jetzt für Spaß haben werden; das scheint doch einer, mit dem sich was aufstellen läßt. – – –« Solche und ähnliche Redensarten schwirrten im Klassenzimmer der Selekta durch einander. Die Mädchen standen in Gruppen beisammen und besprachen das zu erwartende große Tagesereignis, den Abschied des Hilfslehrers von Schule und Schülerinnen. Kandidat Helmstädt war an eine entfernte Pfarre als Prediger berufen worden und sollte jetzt zum letzten Mal vor seine Schülerinnen treten. Jede derselben hatte ihm ihr Album oder in Ermangelung eines solchen ein mit ihrem Namen bezeichnetes Blatt mitgegeben und er hatte versprochen, diese Bücher und Blätter mit solchen Inschriften zurückgegeben, die auf die Eigentümerin besonders paßten, ihr Abschiedswort und Andenken zugleich sein sollten. Die Mädchen, von denen einige schon die Grenze der Kindheit überschritten hatten, waren in so heiterer, angeregter Stimmung, als gelte es gar keinen Abschied. Für sie war die bevorstehende ungewöhnliche Scene sowie der Antritt des neuen Lehrers eine angenehme Abwechselung, zumal letzterer eine komische Figur, also zur